Gegen das Vergessen

"Vergißmeinnicht" – Symbol-Blume für das Gedenken an Kriegstote

Das Vergissmeinnicht ist aufgrund seines Namens ein internationales Symbol für die Erinnerung sowie für liebevollen Abschied, verbunden mit dem Wunsch nicht aus dem Gedächtnis eines geliebten Menschen verdrängt zu werden. Es trägt in vielen Sprachen einen Namen mit der gleichen Bedeutung. Über diese Blume existieren zahlreiche Gedichte und Lieder.

Die "blaue Blume" ist ein bekanntes Motiv in der deutschen Romantik. Sie steht für Sehnsucht und Liebe. Mit ihr wird unter anderem das Streben nach Idealem ausgedrückt, wie auch die Vergeblichkeit menschlicher Suche nach dem vollständigen Glück.

Viele junge Kriegsfreiwillige romantisierten und verklärten, in Unkenntnis der modernen Waffen und deren grausamer Folgen, zu Anfang des Ersten Weltkrieges die persönliche Aufopferung für das Vaterland. Die in der "blauen Blume" der Romantik versinnbildlichte Selbsterkenntnis ist ein zutiefst individualistisches Motiv. Mit dem Blick von heute wird bei dessen Verwendung als Gedenkblume ein Kontrapunkt zu dem gnadenlosen Massensterben in diesem ersten großen Krieg gesetzt.

Auch andere Nationen setzten Blumenmotive zum Gedenken an die Kriegstoten ein: So erinnert das "Poppy", die rote Mohnblume, an die Kriegstoten der Commonwealth Staaten und das "Bleuet de France", die blaue Kornblume, an die Kriegstoten Frankreichs. Interessanterweise wurde die blaue Kornblume nach dem ersten Weltkrieg auch zum Gedenken an Kriegsopfer in Deutschland genutzt, jedoch vor allem durch ultranationalistische Kreise.

1926 wurde die Symbolik der Blüte Vergissmeinnicht durch Freimaurer zu einem internen Erkennungssymbol ausgewählt. Die zweitägige Ausgabe eines Spendenabzeichens aus einem Strauß mit drei Vergissmeinnichtblüten durch das Winterhilfswerk ermöglichte später den Freimaurern "ihr" Abzeichen tragen zu können, ohne Verfolgung befürchten zu müssen.

Der seit langem bei der Friedensarbeit des Volksbundes zum Gedenken an alle Opfer von Krieg und Gewalt verwendete Schriftzug "Gegen das Vergessen" weist neben seiner Bedeutung (auch in der farblichen Gestaltung) und vom Inhalt des letzten Wortes "Vergessen" auf die Blume Vergissmeinnicht hin.Das Logo in der Mitte der Blüte, entlehnt einem Foto des sogenannten Vier-Grenadier-Grabes aus dem Ersten Weltkrieg in Grabowiec/Polen, stellt die Verbindung zur Kriegsgräberfürsorge her. Diese fühlt sich in besonderer Weise der Bewahrung des Andenkens an die Gefallenen und verstorbenen Kriegstoten aller Nationen verpflichtet.

Die Vergissmeinnichtblüte dient als Anstecker zur Identifikation aller Träger mit dem Wunsch, dass die Opfer der Kriege und Gewalt, ohne Unterschiede der Nation, nicht vergessen werden dürfen. Sie wird hauptsächlich an den stillen Gedenktagen: Volkstrauertag, Allerheiligen, Totensonntag und zu besonderen Anlässen wie Gedenkveranstaltungen auf Friedhöfen und dem Nationalfeiertag getragen und ist über den Volksbund unter: wk1(at)volksbund.de zu bestellen (solange der Vorrat reicht). Das Logo kann nach Genehmigung einer schriftlichen Anfrage an vorgenannte Adresse für eigene Projekte verwendet werden.